Tretter/Kemmler

Schottenabend - Zwei Stunden mit nichts drunter


Zwei Männer, zwei Röcke und ein entzückendes, karo-ummanteltes Geheimnis: Stuart Kemmler und Malcolm Tretter reisen seit 2010 kraft ihres selbstverliehenen Amtes als Kulturbotschafter des schottischen Robert-Louis-Burns-Instituts in Aberglenkirkmuir durch Deutschland, um den Ungläubigen endlich das bessere Großbritannien nahezubringen.


Viele Ignoranten möchten die Briten eher heute als morgen aus der Europäischen Union werfen - aus purer Unkenntnis, so Kemmler und Tretter. Denn das Bild der Insel wird hierzulande fälschlicherweise noch immer von England bestimmt, diesem dunklen, zurecht vergessenen Teil der Insel, der wie ein Sack essigschwerer Fish & Chips am hellen Norden hängt: Scotland, das Wales unter den irischen Cornwalls der Trinker, herrliches Land der saftigen Weiden und des wärmenden Whiskys, der Highlands und Heilgetränke, der Kelten und Keltereien, der Schlachten und Schlachtschüsseln, der beinfreien Männer und betrunkenen Lämmer, der Quartalssäufer und Gelegenheitsköhler, und natürlich - der Frauen.


"Lassies" werden sie im Land der lauschigen Lochs genannt - und auch dieses Missverständnis werden Kemmler und Tretter ein für allemal ausräumen: Schottinnen mögen ähnlich sprechen wie der Collie aus der Fernsehserie, aber sie vertragen das Hundertfache. Kurz: Ein Abend mit Ethnologie und Ethanol, Sex, Drogen und Rock ohne Roll. Nacktbeiniger als eine Misswahl, billiger als die Volkshochschule, teurer als die EU - und garantiert mit nix drunter!



www.schottenabend.de



Pressematerial in unserem Downloadbereich

Rezension

„Um Schottland geht es in den zweieinhalb Stunden mal mehr und mal weniger, aber wenn, dann natürlich vor allem um des Schotten Verhältnis zum Alkohol. Was soll man sagen? My goodness! Leider kann man sich nicht mal ein Zehntel der von Tretter runtergerasselten schottischen Begriffe für 'betrunken' merken (Favoriten: drunk as a skunk sowie blitzkrieged), geschweige denn sie so wunderbar scottish aussprechen wie Slang-König Kemmler. Immerhin wissen wir nun, dass der Schotte durchaus differenziert zwischen 'betrunken' und 'großflächig ausgebombt'. Geblieben ist auch Kemmlers zeitlose Sentenz über die Unsitte des sogenannten Vorglühens: 'Betrunken zur Wiesn zu gehen, ist wie Selbstmord, um dem Tod zu entgehen. Was für ein herrlicher Quatsch!“ (Ausschnitte aus einer Rezension der Süddeutschen Zeitung von Thomas Becker zum Programm „Schotten dicht“. Aus diesem gemeinsamen Abend mit Mathias Tretter, Sven Kemmler, Hannes Ringlstetter und Jochen Malmsheimer ging das Duo-Programm „Hochofen!“ – und andere schottische Schimpfwörter hervor.)