Endlich
Ein schräger Kabarett-Krimi
Das neue Erfolgsprogramm des Münchner Autors und Kabarettisten Sven Kemmler ist ein virtuoser Streifzug durch Leid und Glück aus Sicht eines Auftragskillers. Das Geheimnis der Berufung, ein geistiger Amoklauf und konspirative Mitwisser im Publikum sind die Komponenten eines ungewöhnlichen Abends.
Als herzloser Lebensbeender ist Kemmler auf der Suche nach dem nächsten Opfer, nach Befriedigung, nach Antworten. Wer kann schon tatenlos zusehen, wenn die Welt aus dem Ruder läuft? Kemmler handelt und liefert uns eine schonungslose, intelligente, bitterböse Abrechnung mit der Gesellschaft.
Da heißt es immer „nichts ist umsonst“, aber was kostet das Leben? Bilanz ziehen ist schön und gut, aber was ist gefälscht? Wir wissen: unterm Strich ist nach dem Spiel. ENDLICH eben. Was ist ENDLICH? Mal Tod beiseite, es geht um Erfolg und Verlust, um Hoffnungen und Sehnsüchte, um Stolz, um Verantwortung und um Beziehungen.
ENDLICH ist Nichts wie es scheint.
Ein Kabarett wie das Messer des japanischen Kochs, den Kemmler aus deutschen Kinderbüchern fernöstliche Weisheit zaubern lässt - eine feine Klinge die scharf schneidet, zeitlos und aktuell.
Filmisch gedacht, wer 'American Beauty' und 'Magnolia' mochte, wer Tarantino schätzt und John Cleese verehrt wird seine Freude haben.
Alles ist endlich - das Leben, die Liebe und vor allem Kabarettprogramme.
"Die Rede ist vom Kabarettisten Sven Kemmler, der in absehbarer Zeit zu den ganz Großen der Szene zählen wird. Schauspielerisch genial! Mit klugen Aphorismen, hochkarätigen Pointen!" TZ München
"Sven Kemmler hat einen beglückend intelligenten Text geschrieben." AZ, München
Regie: Eva-Katrin Hermann
MoralCarpaccio
Wo sind denn all die neuen Werte? Wollen wir nicht alle das Gute, Wahre, Schöne, zumindest solange man es wieder aus dem Teppich kriegt? Die eigentliche Frage unserer Zeit ist doch: Wie wird man Helmut Schmidt? Wenn rauchen allein nicht reicht, muß man größer denken. Wie der spätrömische Kaiser Caligula, der ernannte ein Pferd zum Senator. Damals war Qualifikation bei der Besetzung des Kabinetts eben noch ein Argument. War also früher alles besser oder einfach nur diskreter?
Sven Kemmler bläst mit "MoralCarpaccio" zur allgemeinen Meuterei gegen den Verfall, den Zerfall und den Befall. Aber er sichert sich nach allen Seiten ab. Denn Forsa-Umfragen belegen, niemand kennt diesen Forsa. Folglich müssen wir da selber durch. Doch wer macht noch irgendetwas selbst, wenn es in China billiger geht? Mit Ausnahme der Liebe natürlich, die sich seit Jahren fragt: Immanuel Kants Sitten schön und recht, aber wo bleibt Derrick?
Moral ist eine doppelte Spitze. Sie fehlt uns im Parlament, aber sobald sie da ist hindert sie uns an der Ausübung der außerehelichen Pflichten. Wir müssen deshalb endlich Verantwortung übernehmen und die Schuld bei der EU suchen. Oder der Erbsünde, je nach persönlicher Veranlagung.
Um sein eigener Helmut Schmidt zu werden, ist Sven Kemmler jedes Mittel recht. Klassisches Kabarett, Slam Poetry, Chanson, Tai Chi, philosophische Ausschweifung und jede Menge Charme werden grenzmoralisch eingesetzt, um einen einzigartigen Abend zu servieren. Kemmler ist Metabolic Balance für den politischen Saumagen und Schokocremetorte für die Sinnlichkeit. Oder war es Sittlichkeit?
Der Regisseur der Lach- und Schiessgesellschaft und begnadete Autor weiß, entscheidend ist doch allein, daß es hat geprickelt in die Bauchnabel. Und dieses Programm ist darüber hinaus eine Verneigung und eine Liebeserklärung. An einen seit 200.000 Jahren unerfüllten Traum der Menschheit und ihrer wirbellosen Vertreter: Aufrecht zu gehen!
MoralCarpaccio – Scheibe für Scheibe feinstes privatpolitisches Kabarett. Angerichtet von Sven Kemmler.
Regie: Gabi Rothmüller
"Kemmler agiert, geführt von der Regie Gabi Rothmüllers, gleichsam als fehlendes Glied in der Kulturgeschichte. Zwischen Gitarre klampfendem Gutmenschentum und den marktliberalen Zynikern der Neuzeit fahndet er nach Werten, die sich nicht in einer Börsengrafik abbilden lassen. Und er wird, ganz in der Manier des moralischen Nachkriegskabaretts, fündig – in Japan! Kemmlers philosophierender Hagakure-Samurai, der anhand des „Ha-Pumuckele“ (Pumuckl) für die sanfte Art von Rache wirbt, gehört zum Komischsten, was in den letzten Jahren auf einer Brettl-Bühne zu sehen war."
(Starnberger Merkur von Thomas Lochte)
Preise & Auszeichnungen:
- Rostocker Koggenzieher in Silber 2010
ComOly 2009
Bielefelder Kabarettpreis 2005 - Nominiert u.a. für Passauer Scharfrichterbeil, Prix Pantheon, Tegtmeiers Erben
- Regie Kabarett:
Ensemble der Lach- und Schießgesellschaft München „Ohne Limit“ (2010)
Ecco Meineke - Soloprogramm „Fake!“ (2011) - Autor für Kabarett & Comedy, Bühne, TV, Rundfunk, Musical, Print, etc.
Co-Autor (u.a. für Michael Mittermeier, Rick Kavanian, Lach- und Schießensemble,
Francesca de Martin) - Buch: “Und was wirst du, wenn ich groß bin“ (Roman / 2010)