Drei Sekunden Gegenwart
Was er will, ist sein Recht. Was er bekommt, ist ein Urteil.
Nach seinem Erfolgsprogramm Im Feld, in dem Claus von Wagner als überforderter junger Mann alles dran gesetzt hat, nicht Vater werden zu müssen, hat ihn das Leben jetzt einfach überstimmt. Aber auf das, was nun kommt, hat ihn niemand vorbereitet. Wer liest vom Spiel des Lebens schon die Spielanleitung? Ach ja, Anwälte.
Es ist die Nacht vor dem Gerichtstermin. Unser Held steht über eine Akte gebeugt; die alte Schreibtischlampe wirft Schatten auf ausgebreitete Papiere. Was er dort liest, kann er nicht glauben. Viel Zeit, die Puzzleteile zusammenzusetzen, hat er nicht mehr. Es bleiben nur noch ein paar Stunden; bis es hell wird und alles ans Licht kommt.
Mit seinem neuen Programm hat sich Claus von Wagner wieder eine Ein-Mann-Kabarett-Komödie auf den Leib und von der Seele geschrieben, voll irrwitziger Wendungen und berührender Eindringlichkeit. Gebündelte Drei Sekunden Gegenwart. Gerechtigkeit trifft auf Justiz, Persönliches auf aktuelle Politik und unser Held auf Spuren aus der Vergangenheit. Und dabei hatten sie ihm doch immer vorgeworfen, er solle endlich mehr im „Jetzt“ leben. Aber das ist schwierig, wenn man bedenkt, dass die Gegenwart nur drei Sekunden dauert.
Drei Sekunden Gegenwart ist Kafka zum Totlachen – ohne Möglichkeit zur Berufung.
Finden Sie sich in Volkes Namen bitte rechtzeitig im Gerichtssaal ein. Nichterscheinen kann nur bei Vorliegen begründeter Ausnahmen gestattet werden. Näheres regelt bestimmt irgendein Gesetz. Blitzlicht ist nicht gestattet. Eltern haften an Ihren Kindern.
Regie: Florian Hoffmann
Theorie der feinen Menschen
Wer Claus von Wagner auf einer Bühne sieht, weiß: das wird auf jeden Fall kein normaler Kabarettabend. Claus von Wagner ist so, wie sich Bertolt Brecht und Loriot in einer durchzechten Nacht ihren Schwiegersohn vorgestellt hätten. Manche sagen, er sähe aus wie Roland Kaiser - hätte aber bessere Texte. Was ihn so anders macht? Die Tatsache, dass er die Intelligenz seiner Zuschauer ernst nimmt. Bei allem Spaß. Claus von Wagners Kunst ist es sich höchst amüsant zu wundern. Er hat da jetzt zum Beispiel dieses großartige Buch gefunden, in dem steht, dass der “Räuberbaron des Mittelalters zum Finanzmagnaten der Gegenwart” geworden ist.
Das Buch ist von 1899.
Theorie der feinen Menschen ist eine Erzählung aus dem tiefen Inneren unserer feinen Gesellschaft. Sie handelt vom Kampf ums Prestige, Wirtschaftsverbrechen und Business Punks. Theorie der feinen Menschen ist eine epische Geschichte von Verrat, Familie und Geld. Im Grunde ein bisschen wie die Sopranos*. Nur in live. Als hätte Shakespeare ein Praktikum bei der Deutschen Bank absolviert und aus Verzweiflung darüber eine Komödie geschrieben.
*Menschen, die vor 1977 geboren sind ersetzen Sopranos einfach durch Dallas.
Preise & Auszeichnungen:
- Bayerischer Kabarettpreis 2007 (Senkrechtstarter), Münchner Lustspielhaus und BR-München
- Deutscher Kabarettpreis 2006 (Förderpreis), Nürnberger Burgtheater
- Gautinger Theaterpreis 2006
- Fohlen von Niedersachsen 2005
- Paulaner Solo (Vizepreisträger) 2005
- Obernburger Mühlstein 2004 (Jury- und Publikumspreis), Kleinkunstbühne Kochsmühle
- Kleines Passauer Scharfrichterbeil 2003
- Münchner Kabarett Kaktus 2002
- St. Ingberter Pfanne 2002 (Jury und Publikumspreis)
- Oberbayerischer Förderpreis für Nachwuchskünstler 2002
- 1. Platz im Nachwuchswettbewerb für Kabarettisten München Land 2001
www.claus-von-wagner.de
(Termine und Presseinfos)Gemeinsam mit Philipp Weber und Mathias Tretter bildet Claus von Wagner seit 2004 das „Erste Deutsche Zwangsensemble“